Fatboy ist die Marke, die einen Sitzsack salonfähig gemacht hat. Was in den 1970er-Jahren als billiges Studentenmöbel galt, wurde durch die Amsterdamer Designperspektive von Alex Bergman zu einem Outdoor-Living-Klassiker, der auf dänischen Sommerhausveranden, skandinavischen Balkonen und deutschen Terrassen genauso selbstverständlich steht wie ein Teakholzstuhl oder ein Markisenanker. Und dann kam die Lamzac - und Fatboy erfand sich selbst noch einmal neu.

Fatboy auf einen Blick

Wie ein finnischer Sitzsack zur niederländischen Marke wurde

Die Gründungsgeschichte von Fatboy beginnt nicht in einem Designstudio, sondern auf einer Reise. Alex Bergman, ein niederländischer Unternehmer mit Hintergrund im Lifestyle-Handel, stieß Anfang der 2000er-Jahre auf einen ungewöhnlichen Sitzsack-Prototyp des finnischen Designers Jukka Setälä. Setälä hatte eine Form entwickelt, die sich von den runden, prallen Sitzkissen der 1970er und 1980er deutlich unterschied: länger, flacher, eher ein Liegesack als ein Sitz, mit einem Stoff, der nach Qualität und nicht nach Studentenheim aussah.

Bergman erkannte das Potenzial sofort. Er kaufte die Rechte, gründete 2002 in 's-Hertogenbosch - einer Stadt im Süden der Niederlande, die international vor allem wegen Hieronymus Bosch bekannt ist - die Fatboy the Original BV und brachte den Sitzsack auf den Markt. Der Name war eine Entscheidung gegen falsche Bescheidenheit: Ein Produkt mit diesem Namen verkauft sich nicht als Luxusartikel und nicht als Ramschware, sondern als etwas, das selbstbewusst seinen Platz im Raum beansprucht.

Der Erfolg kam schnell, aber er war kein Zufall. Bergman verstand, dass der Sitzsack kein neues Produkt war - er war eine neue Haltung zu einem alten Produkt. Der Original Sitzsack wurde in über 70 Farben angeboten, mit einem Nylonbezug, der sich anfühlt wie eine Sportjacke und sich ebenso einfach abwischen lässt. Der Innensack aus EPS-Kügelchen war austauschbar. Der Bezug war abnehmbar und waschbar. Das waren keine revolutionären technischen Errungenschaften, aber sie signalisierten dem Käufer etwas Entscheidendes: Dieses Produkt ist nicht zum Wegwerfen, wenn der erste Fleck kommt.

Innerhalb von fünf Jahren nach der Gründung war Fatboy in über zwanzig Ländern erhältlich. Die Marke hatte keinen eigenen Store und keine klassische Werbekampagne - sie wuchs durch Mundpropaganda, durch Fotografie in Lifestyle-Magazinen und durch eine wachsende Designergemeinschaft, die den Sitzsack entdeckte, ohne sich dabei schämen zu müssen.

Das Sortiment wuchs langsam und bedächtig. Jedes neue Produkt musste zur Grundhaltung der Marke passen: sorglos, qualitätsbewusst, im Freien genauso zuhause wie drinnen. Die Hängematte Headdemock kam, dann die Pouf-Varianten, dann die Outdoor-Kollektion mit wetterfestem Polyester. Und 2010 kam die Lamzac - und alles wurde noch einmal größer.

Heute ist Fatboy in über 100 Ländern vertreten und hat seinen Sitz weiterhin in 's-Hertogenbosch. Die Marke gehört zu den wenigen niederländischen Designhäusern, die international so erkannt werden, dass der Produktname - Lamzac, Headdemock, Edison the Petit - als Gattungsbegriff verwendet wird. Tausende Einrichtungs- und Outdoor-Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen das Sortiment; ein eigenes Flagship-Netzwerk hat Fatboy nie aufgebaut, weil die Marke den Händler-Kontakt als Teil des Einkaufserlebnisses versteht.

Designphilosophie: Komfort ohne Selbstaufgabe

Fatboys Designphilosophie ist deceptively simpel: Ein Produkt soll das Leben entspannter machen, ohne dabei schlechter auszusehen als das Übrige im Raum. Das klingt wie eine Marketingformel, ist aber tatsächlich der Filter, durch den jedes neue Produkt läuft. Die Frage lautet nicht "Was können wir produzieren?" sondern "Was würde jemanden dazu bringen, draußen zu sitzen, anstatt drinnen?"

Diese Haltung erklärt, warum Fatboy so viele Produkte entwickelt hat, die eigentlich keine neuen Produktkategorien sind - aber trotzdem anders wirken als das, was es vorher gab. Der Sitzsack gab es schon. Die Hängematte gab es schon. Aufblasbare Sofas gab es schon. Gartenleuchten sowieso. Was Fatboy einbrachte, war Farbe, Materialqualität und eine gewisse niederländische Direktheit im Formvokabular.

Farbe ist dabei kein Zubehör, sondern Designmittel. Fatboy-Produkte werden in Paletten angeboten, die weit über das hinausgehen, was ein Outdoor-Möbelanbieter normalerweise riskiert. Neongelb, Zitrone, Weinrot, Ozeanblau, Tannengrün - neben den erwartbaren Grau- und Beigetönen. Wer ein skandinavisch eingerichtetes Zuhause hat und einen Fatboy-Sitzsack in Off-White oder Hellgrau kauft, bekommt ein Produkt, das sich nahtlos einfügt. Wer Mut zu Farbe mitbringt, bekommt ein Statement.

Die Zusammenarbeit mit externen Designern - Jukka Setälä am Anfang, Marijn Oomen für die Lamzac, Studio Job für die Edison-Serie - zeigt, dass Fatboy kein reines Produktionsunternehmen ist, sondern ein Herausgeber von Designideen. Die Marke gibt eine Rahmenbedingung vor - leicht, outdoor-tauglich, qualitativ - und lässt dann Designer arbeiten. Das Ergebnis ist ein Sortiment, das trotz seiner Breite eine erkennbare Handschrift hat.

Wichtige Produkte

Original Sitzsack

Der Ur-Fatboy ist das Produkt, mit dem alles anfing, und er ist noch immer das meistverkaufte. Der Original Sitzsack misst 140 mal 180 Zentimeter und bietet Platz für eine Person bequem und zwei Personen eng. Das Innenleben besteht aus einem geschlossenen Sack gefüllt mit expandierten Polystyrol-Kügelchen (EPS), die sich dem Körper anpassen und nach dem Aufstehen langsam wieder in die ursprüngliche Form zurückgleiten. Der äußere Bezug ist aus robustem Nylon gefertigt, das sich durch seine leichte Textur von preiswerten Alternativen abhebt. Mehr als 70 Farben stehen zur Auswahl - von klarem Weiß und Steingrau bis zu leuchtendem Curry und Pflaumlila. Der Bezug lässt sich vom Innensack lösen und bei 30 Grad in der Waschmaschine reinigen. Nachfüllkits mit frischen EPS-Kügelchen sind über den Handel erhältlich, sodass ein älterer Sitzsack nicht ausgetauscht werden muss, wenn er zusammengefallen ist. Die Preislage liegt je nach Ausführung zwischen 200 und 300 Euro - ein Betrag, der bei einem Produkt, das zehn bis fünfzehn Jahre halten kann, wirtschaftlich ist.

Junior Sitzsack

Der Junior ist die kompakte Version des Original und speziell auf Kinder zugeschnitten. Kleiner im Format, leichter, aber in der gleichen Verarbeitungsqualität. Im Kinderzimmer funktioniert er als Lesesessel und Sprungunterlage zugleich. Da er wie der große Bruder einen abnehmbaren und waschbaren Bezug hat, übersteht er die ersten Lebensjahre ohne bleibenden Schaden. In skandinavischen Kinderzimmern, die aus verständlichen Gründen Möbel bevorzugen, die robust sind und sich reinigen lassen, hat der Junior eine natürliche Heimat. Der Preis liegt bei rund 130 Euro, was ihn zum günstigsten Einstieg ins Fatboy-Sortiment macht.

Lamzac

Die Lamzac ist das Produkt, das Fatboy über die Sitzsack-Kategorie hinaus bekannt machte. Marijn Oomen entwickelte sie 2010 nach einem verblüffend einfachen Prinzip: ein länglicher Sack aus leichtem Nylon, der über eine Schwingbewegung mit Umgebungsluft befüllt wird. Man hält den Einlass auf, führt einen weiten, horizontalen Bogen mit dem Arm durch die Luft, schließt den Verschluss - fertig ist ein weiches, luftgefülltes Liegekissen. Keine Pumpe, kein Kompressor, kein Strom. Zusammengefaltet passt die Lamzac in einen kleinen Beutel und wiegt rund 600 Gramm. Auf einem Festival, am Strand, auf dem Balkon oder im Park ist sie in Sekunden einsatzbereit. Zwischen zehn und zwanzig Euro trennen die Lamzac von Billigkopien ohne Namen - Fatboy rechtfertigt den Unterschied mit einem robusten, UV-stabilen Gewebe und präzisen Nähten, die auch nach zwei Sommern noch luftdicht sitzen. Die Preislage liegt bei 70 bis 100 Euro.

Headdemock Hängematte

Die Headdemock ist Fatboys Interpretation der klassischen Segeltuchhängematte. Was sie unterscheidet, ist die Konstruktion des Tuches selbst: Mehrere Streifen unterschiedlicher Geweberichtungen sind eingenäht, sodass die Hängematte den Körper weicher aufnimmt und weniger einrollt als eine klassische Einzelbahn. Es gibt sie in einer Einzel- und einer Doppelvariante - die Doppelvariante ist breit genug für zwei Erwachsene nebeneinander. Die Befestigung erfolgt über mitgelieferte Karabiner und Seile; Fatboy empfiehlt Baumabstände zwischen drei und fünf Metern. Das Material ist in der Outdoor-Variante aus rPET-Polyester - Fasern aus recycelten PET-Flaschen - was dem Produkt eine Nachhaltigkeitskredential gibt, die der Rest der Außenmöbel-Kategorie oft fehlt.

Cooper Cappie Sonnenschirm

Der Cooper Cappie ist der Sonnenschirm im Fatboy-Sortiment und einer der designbewusstesten Schirme auf dem Markt. Das Gestell besteht aus Aluminium, der Schirmstoff liegt in schlichten, gedeckten Farben vor - kein Hawaii-Muster, keine Reklame. Das Besondere am Cooper Cappie ist seine kompakte Bauform: Der Schaft ist niedriger als bei herkömmlichen Gartenschirmen, was ihn ideal für Balkonsituationen macht, wo ein vollständiger Schirmständer keinen Platz hätte. Die Preislage von 250 bis 350 Euro ist hoch, aber für einen Sonnenschirm mit Aluminium-Gestell, der nach drei Sommern noch gerade steht, gerechtfertigt.

Edison the Petit und Edison the Grand

Die Edison-Leuchten sind Fatboys erfolgreichste Kollaboration. Studio Job - das Designerduo Nynke Tynagel und Job Smeets aus Amsterdam - entwarf eine kabellose LED-Leuchte in der Form einer überdimensionalen Glühbirne. Die Form ist ausdrücklich nostalgisch gemeint: Die Glühbirne ist das universelle Symbol für Licht, Idee und Stimmung - eine kabellose, transportable Version davon auf einem Tisch oder einer Terrasse zu sehen, macht diesen Wiedererkennungseffekt zum Gesprächsthema.

Edison the Petit ist die Tischversion, mit einer Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden und einem USB-C-Ladeanschluss in neueren Versionen. Das Gehäuse ist aus rotationsgeformtem Polyethylen, das selbst bei direkter Sonneneinstrahlung nicht vergilbt und Stöße verträgt. Die Preislage liegt zwischen 100 und 150 Euro - für eine kabellose, wetterfeste Designleuchte ein fairer Wert. Edison the Grand vergrößert das gleiche Konzept zur Bodenleuchte - ein dekorativer Leuchtpunkt für Terrassen, der ohne Kabel auskommt und doch eine ganze Sitzgruppe in warmweißes Licht taucht. Beide Versionen sind IP44-zertifiziert und damit spritzwassergeschützt.

Transloetje und Tjoep

Transloetje und Tjoep sind zwei weitere portable LED-Leuchten aus dem Fatboy-Sortiment, die das Edison-Konzept in kompaktere und verspielter gestaltete Formen überführen. Transloetje - der Name ist eine Verniedlichungsform des niederländischen Wortes für Laterne - ist eine kleine Aufhängeleuchte, die sich über Terrassen und Balkone spannen lässt. Tjoep ist ein rundes, aufgehängtes Lampenkissen aus dem gleichen wetterfesten Material wie die Sitzsäcke. Beide sind kabellos, aufladbar und in mehreren Farbvarianten erhältlich. Für einen Balkon in einer Stadtwohnung, wo eine feste Außenbeleuchtung nicht installierbar ist, sind Transloetje und Tjoep die naheliegende Antwort.

Die Designer hinter Fatboy

Fatboy ist nicht das erste Unternehmen, das seine Marke auf Designerkollaborationen aufbaut - aber es gehört zu den wenigen, die das konsequent in einem Segment betreiben, das traditionell nicht designaffin ist. Gartenmöbel und Outdoor-Accessoires wurden jahrzehntelang ohne Designernamen vermarktet. Dass Fatboy-Produkte die Namen ihrer Schöpfer tragen und diese Schöpfer als Teil der Markengeschichte erzählt werden, ist eine Entscheidung, die Qualität signalisiert, noch bevor man ein Produkt berührt hat.

Jukka Setälä ist der stille Ur-Gründer, dessen Name in der Fatboy-Kommunikation selten vorkommt, ohne den aber nichts von dem, was folgte, existiert hätte. Der finnische Designer entwickelte den Prototyp, der Alex Bergman zu seiner Geschäftsidee inspirierte. Setäläs Beitrag war eine Form-Intuition: Der Sitzsack musste länger und flacher sein als seine Vorgänger, er musste sich anfühlen wie ein Möbelstück und nicht wie ein aufgeblasenes Kissen. Diese Intuition ist bis heute im Original erhalten - die Grundform hat sich seit 2002 kaum verändert.

Marijn Oomen ist der Designer der Lamzac und damit verantwortlich für das vielleicht demokratischste Outdoor-Möbel des 21. Jahrhunderts. Oomen, ein niederländischer Produktdesigner, der in Eindhoven ausgebildet wurde, nahm das Prinzip des aufblasbaren Möbels - das seit den 1960ern als Billigvariante gilt - und machte daraus etwas verblüffend Elegantes. Die Lamzac ist keine Ironie, keine Retro-Geste - sie ist schlicht die beste tragbare Liegemöglichkeit für Menschen, die nicht ein Auto voller Campingausrüstung mit sich führen wollen. Oomen brachte außerdem ein tiefes Verständnis für das Füllen von Materialien mit - ein Thema, das in der Produktentwicklung oft unterschätzt wird.

Studio Job - das Duo Nynke Tynagel und Job Smeets - brachte eine kunstaffine, manchmal surreale Designsprache in die Edison-Serie. Studio Job ist in der Designwelt für opulente, erzählerische Arbeiten bekannt, die zwischen angewandter Kunst und Möbeldesign stehen. Die Edison-Glühbirne ist für dieses Studio eine erstaunlich geradlinige Arbeit - aber genau diese Geradlinigkeit macht das Produkt massentauglich. Ein Studio-Job-Stück für 120 Euro zu besitzen, ist für viele Fatboy-Käufer eine unbewusste, aber trotzdem wirkende Referenz.

Sander Mulder ist ein weiterer niederländischer Designer, der für Fatboy gearbeitet hat. Mulders Arbeit für die Marke zeigt, wie Fatboy Designer sucht, die aus der gleichen kulturellen Ecke kommen - den Niederlanden mit Verbindungen zu Eindhoven und Amsterdam - und deren Formsprache zur Grundhaltung der Marke passt: klar, unprätentiös, haltbar. In der niederländischen Designszene ist diese geographische Konzentration kein Zufall: Eindhoven hat durch das Design Academy und die Dutch Design Week eine Dichte an Produktdesign-Talent geschaffen, die weltweit ihresgleichen sucht.

Materialien und Wetterfestigkeit

Die Materialwahl bei Fatboy folgt einer einfachen Priorität: Ein Produkt, das drinnen und draußen funktionieren soll, muss Wasser, Sonne und gelegentliche Behandlung mit einem Gartenschlauch überstehen. Das schränkt die Materialauswahl erheblich ein und hat dazu geführt, dass Fatboys Materialliste konsistenter ist als die vieler Mitbewerber.

Nylon ist das Grundmaterial des Original Sitzsacks und der Lamzac. Nylon ist leicht, reißfest, farbtreu bei guter UV-Stabilisierung und lässt sich einfach reinigen. Der Griff von Fatboy-Nylon ist absichtlich weich und texturiert - es soll sich nach Qualität anfühlen, nicht nach Zelt. Die Einschränkung von Nylon ist direkte, langanhaltende Sonnenbestrahlung: Über viele Stunden täglich bleicht auch UV-stabilisiertes Nylon irgendwann aus. Die Indoor-Sitzsäcke sind deshalb keine Gartenartikel.

Recyceltes Polyester (rPET) kommt bei der Original Outdoor-Linie und dem Headdemock zum Einsatz. rPET wird aus eingeschmolzenen PET-Flaschen gewonnen und zu neuen Fasern versponnen. Das Material ist wetterfester als Standard-Nylon, UV-stabiler und für den Ganzjahreseinsatz im Freien ausgelegt. Ausgewählte rPET-Produkte tragen die Cradle-to-Cradle Bronze-Zertifizierung. Für Käufer, denen Nachhaltigkeit ein Entscheidungskriterium ist, sind diese Varianten die richtige Wahl.

Rotationsgeformtes Polyethylen ist das Material der Edison-Leuchten. Dieses Verfahren - bei dem ein Kunststoffpulver in einer rotierenden Form erhitzt wird, bis es eine gleichmäßige Wandstärke bildet - erzeugt Gehäuse, die außergewöhnlich stoßfest und UV-stabil sind. Das leicht milchige, diffuse Erscheinungsbild des PE-Gehäuses ist gleichzeitig ästhetisch gewollt: Es lässt das LED-Licht weich und warm erscheinen, ohne eine separate Abdeckung zu brauchen.

Aluminium kommt beim Cooper Cappie Sonnenschirm zum Einsatz. Das Schaft- und Rippengestell aus eloxiertem Aluminium ist korrosionsbeständig, leicht genug für den regelmäßigen Auf- und Abbau und formstabil genug, um einem norddeutschen Sommersturm zu widerstehen. Aluminium altert bei Fatboy nicht sichtbar - kein Rost, kein Vergilben.

Wo Fatboy im skandinavisch geprägten Zuhause wirkt

Fatboy und skandinavisches Design - das ist auf den ersten Blick eine unwahrscheinliche Paarung. Die Marke ist niederländisch, ihre Produkte sind weich, bunt, entspannt. Die skandinavische Einrichtungstradition bevorzugt Holz, Linie und Zurückhaltung. Und dennoch funktioniert die Kombination ausgesprochen gut - weil skandinavisches Interieur in seiner moderneren Form genau das zu schätzen weiß, was Fatboy bietet: Qualitätsmaterial, klare Form und Produkte, die ehrlich über ihren Zweck sind.

Die Terrasse und der Garten sind die natürlichsten Fatboy-Räume in einem skandinavisch inspirierten Zuhause. Ein Original Outdoor-Sitzsack in Hellgrau oder Off-White auf einer Holzterrasse, ein Cooper Cappie über dem Tisch, eine Edison the Grand im Hintergrund - das ergibt eine Outdoor-Stimmung, die ohne ein einziges auffälliges Element auskommt. Fatboy liefert hier keine Überraschungen, sondern Verlässlichkeit: Die Produkte sehen gut aus, wenn man sie hinstellt, und sie sehen nach drei Sommern immer noch gut aus.

Das Kinderzimmer ist ein weiterer Ort, wo Fatboy ohne Vorbehalte eingesetzt werden kann. Der Junior Sitzsack passt farblich zu skandinavischen Kinderzimmer-Paletten in Salbeigrün, Hellblau oder Hellgrau - und er übersteht das, was Kinder mit Möbeln machen, ohne sichtbaren Schaden zu nehmen. Der abnehmbare, waschbare Bezug ist ein Argument, das kein Holzstuhl bieten kann.

Der Balkon in einer Stadtwohnung ist der Raum, in dem Fatboy am meisten Mehrwert liefert. Die Lamzac passt zusammengefaltet in eine Schublade und wird in Sekunden zum Liegemöbel. Transloetje und Tjoep sorgen für Beleuchtung ohne feste Montage. Der Junior Sitzsack füllt eine Balkonecke, ohne den Raum zu erschlagen. Für Menschen, die auf wenigen Quadratmetern Außenfläche eine Atmosphäre schaffen wollen, ohne schwere Gartenmöbel zu kaufen, ist Fatboy der direkteste Weg.

Die Sommerresidenz - in Skandinavien, Deutschland oder den Niederlanden - ist vielleicht die ideale Fatboy-Umgebung. Hier werden Möbel gebraucht, die am Ende der Saison ins Lager kommen, die nicht täglich gereinigt werden und die trotzdem jedes Mal, wenn Gäste kommen, gut aussehen. Fatboy-Produkte erfüllen alle drei Kriterien: leicht zu verstauen, robust genug für gelegentliche Vernachlässigung, und gut genug gestaltet, um in einer Sommerhausumgebung neben handgemachten Holzmöbeln zu bestehen.

Fatboy neben Muuto, Hay und IKEA Outdoor

Im Einrichtungsmarkt ist Fatboy nicht der einzige Anbieter von Outdoor-Living-Produkten mit Designanspruch. Ein Vergleich mit den bekanntesten Alternativen hilft, die Positionierung zu verstehen.

Muuto ist die naheliegendste Ergänzung zu Fatboy im skandinavisch geprägten Interieur. Wo Muuto Möbel für drinnen liefert - Stühle, Tische, Sofas, Regale - füllt Fatboy die Terrasse und den Garten. Die beiden Marken teilen eine ähnliche Haltung zu Material und Ehrlichkeit in der Form, sprechen aber unterschiedliche Produktkategorien an. Im Sommerhaus kommt Fatboy draußen, Muuto im Salon - und das ist keine Hierarchie, sondern Arbeitsteilung. Wer beide Marken in einem Haus kombiniert, bekommt ein Innen-Außen-Konzept, das keine stilistischen Brüche erzeugt.

Hay bietet ebenfalls Outdoor-Möbel an und überschneidet sich bei Kissen, Decken und kleineren Accessoires mit Fatboy. Hay ist kühner mit Druckmuster und saisonalen Farben, Fatboy bleibt bei solideren Tönen und stärkerem Produktfokus. Wer einen Fatboy kauft, kauft meistens genau dieses Produkt - wer bei Hay shoppt, entdeckt oft ein ganzes Sammelsurium. Beide Marken sind in Designerkreisen anerkannt; die Entscheidung hängt meist davon ab, ob man Accessoires oder Möbelstücke sucht.

IKEA Outdoor liefert Preisparität auf Kosten von Materialqualität und Produktlebenszeit. Ein IKEA-Sitzsack kostet die Hälfte eines Fatboy Original, muss aber häufiger ersetzt werden. Für Menschen, die mit einem Budget von 50 Euro einen Balkon möblieren, ist IKEA die richtige Wahl. Für Menschen, die ein Outdoor-Produkt suchen, das nach zehn Jahren noch genauso aussieht wie beim Kauf - und das man nachfüllen und neu beziehen kann - ist Fatboy die wirtschaftlichere Wahl über den gesamten Lebenszyklus.

Pflege und Saisonale Lagerung

Fatboy-Produkte sind wartungsarm, aber sie profitieren von einer minimalen saisonalen Pflege, die ihre Lebensdauer erheblich verlängert.

Wäsche und Reinigung: Der Nylonbezug des Original Sitzsacks kann bei 30 Grad in der Maschine gewaschen werden. Reißverschluss schließen, Schonwaschgang, ohne Schleudern. Outdoor-Polyester lässt sich mit einem Gartenschlauch abspritzen - Rückstände von Pollen, Vogelkot oder Sonnencreme gehen bei den meisten Varianten mit kaltem Wasser weg. Die Edison-Leuchten werden mit einem weichen, feuchten Tuch abgewischt; keine Scheuermittel, kein Dampfreiniger.

Winterlagerung: In Deutschland und Österreich ist die Outdoor-Saison de facto von Mai bis Oktober. Für die Wintermonate empfiehlt Fatboy, alle Outdoor-Produkte trocken und frostfrei zu lagern. Das bedeutet: Sitzsäcke in den Keller oder die Garage, Sonnenschirm demontieren und liegend lagern, Edison-Leuchten in die Originalverpackung oder eine Schachtel. Eine einfache Schutzhülle aus Polypropylen kostet wenig und hält die Produkte staubfrei.

UV-Schutz: Auch UV-stabilisiertes Material verblasst bei dauerhafter, ungefilterter Sonneneinstrahlung über mehrere Jahre. Wer seinen Sitzsack auf einem nach Süden ausgerichteten Balkon ohne Überdachung betreibt, sollte ihn an besonders intensiven Sommertagen in den Schatten stellen oder eine Abdeckung verwenden. Das erhält die Farbintensität deutlich länger.

Lena Berger

Redakteurin und Innenarchitektin aus Hamburg. Schreibt seit 2014 über nordisches Design - früher für die deutsche Ausgabe von Wallpaper* und AD, heute für inwohn. Hat alle hier portraitierten Marken in Werkstätten und Studios in Kopenhagen, Helsinki und Oslo besucht.

Innenarchitektur HFG BDIA-Mitglied Seit 2014

Häufige Fragen zu Fatboy

Wer hat Fatboy gegründet?

Fatboy wurde 2002 von Alex Bergman in 's-Hertogenbosch (Den Bosch), Niederlande, gegründet. Bergman entdeckte auf einer Reise nach Finnland einen Sitzsack-Prototyp des finnischen Designers Jukka Setälä, kaufte die Rechte daran und entwickelte ihn zur Marke weiter.

Wo wird Fatboy produziert?

Fatboy hat seinen Hauptsitz in 's-Hertogenbosch in den Niederlanden. Die Produktion ist je nach Produktlinie auf verschiedene Standorte verteilt. Die Nylon-Sitzsäcke werden größtenteils in Asien gefertigt, die Edison-Leuchten in Europa. Qualitätskontrolle und Entwicklung erfolgen in den Niederlanden.

Ist der Original Sitzsack outdoor-tauglich?

Der klassische Original Sitzsack aus Nylon ist für den Innenbereich konzipiert. Für den Außeneinsatz bietet Fatboy die Original Outdoor-Linie aus wetterfestem, UV-stabilisiertem Polyester - teilweise aus recyceltem rPET - an. Diese Varianten vertragen Regen, Sonne und Temperaturschwankungen.

Wie pflegt man einen Fatboy Sitzsack?

Der Bezug des Original Sitzsacks ist abnehmbar und bei 30 Grad maschinenwaschbar. Die EPS-Füllung des Innensacks wird nicht gewaschen. Nylon-Bezüge lassen sich mit einem feuchten Tuch und mildem Spülmittel abwischen. Outdoor-Varianten aus Polyester können mit einem Gartenschlauch abgespritzt werden.

Was ist die Lamzac und wie funktioniert sie?

Die Lamzac ist ein aufblasbares Sofa-Kissen, das 2010 von Designer Marijn Oomen entwickelt wurde. Zum Aufblasen öffnet man die Tasche weit, führt eine schnelle, horizontale Schwingbewegung durch und schließt dann den Verschluss. In wenigen Sekunden füllt sich die Lamzac mit Luft - ohne Pumpe. Das Gewicht beträgt nur rund 600 Gramm, sie passt zusammengefaltet in eine kleine Tasche.

Kann man die Lamzac am Strand verwenden?

Ja, die Lamzac ist eines der beliebtesten Outdoor-Produkte von Fatboy. Das leichte Nylonmaterial verträgt Sand und Sonneneinstrahlung gut. Direkt im Wasser sollte man sie nicht einsetzen, da die Nähte nicht wasserdicht sind. Nach dem Strandtag einfach die Luft ablassen und verstauen.

Wie wetterfest ist die Edison-the-Petit-Leuchte?

Die Edison the Petit ist mit IP44 eingestuft und damit spritzwassergeschützt. Sie eignet sich für überdachte Außenbereiche wie Terrassen und Pergolen, sollte aber bei starkem Regen nicht ungeschützt stehen. Das rotationsgeformte Polyethylen-Gehäuse ist UV-stabil und vergilbt nicht.

Welche Garantie gibt Fatboy?

Fatboy gewährt zwei Jahre Garantie auf Material und Verarbeitungsfehler. Die Garantie gilt bei Kauf über autorisierte Händler und setzt einen Kaufnachweis voraus. Defekte durch normale Abnutzung, falsche Pflege oder UV-Ausbleichen sind ausgeschlossen.

Welche Grössen hat der Original Sitzsack?

Den Original Sitzsack gibt es in mehreren Größen: Der Standard Original misst 140 x 180 Zentimeter und eignet sich für eine bis zwei Personen. Der Junior ist kleiner und für Kinder konzipiert. Es gibt außerdem einen XL-Bodensack (Stonebag) für noch mehr Liegefläche sowie kompaktere Varianten wie den Point.

Wo finde ich Fatboy in Deutschland?

Fatboy ist in Deutschland über eine Vielzahl von Einrichtungs- und Outdoor-Händlern erhältlich - darunter große Möbelhäuser, Outdoor-Spezialisten und Online-Shops wie Connox, Ambiendo oder der offizielle Fatboy-Webshop. Eigene Flagshipstores betreibt Fatboy nicht.

Kann man Fatboy-Sitzsäcke nachfüllen?

Ja, die EPS-Füllung des Original Sitzsacks kann nachgefüllt werden. Fatboy verkauft Nachfüllpakete mit expandiertem Polystyrol. Nach einigen Jahren verlieren die Kügelchen an Volumen, der Sack wirkt flacher - ein Nachfüllkit stellt die ursprüngliche Form wieder her.

Wie unterscheiden sich Edison the Petit und Edison the Grand?

Beide Leuchten wurden von Studio Job entworfen und teilen die gleiche stilisierte Glühbirnen-Optik aus rotationsgeformtem Polyethylen. Edison the Petit ist eine kabellose LED-Tischleuchte mit bis zu 24 Stunden Laufzeit pro Akkuladung. Edison the Grand ist eine deutlich größere Bodenleuchte, die ebenfalls kabellos betrieben werden kann, aber hauptsächlich als Garten- und Terrassen-Leuchte eingesetzt wird.

Was kostet ein Original Sitzsack?

Der Original Sitzsack von Fatboy kostet je nach Größe und Ausführung zwischen 200 und 300 Euro im Fachhandel. Der Junior liegt um 130 Euro. Outdoor-Varianten aus rPET-Polyester können etwas teurer sein. Preisaktionen bei Händlern senken den Einstiegspreis gelegentlich unter 200 Euro.

Welche Farben sind besonders skandinavisch?

Für einen skandinavischen Look eignen sich besonders die zurückhaltenden Töne aus dem Fatboy-Sortiment: Off-White, Hellgrau, ein gedecktes Salbeigrün, sanftes Anthrazit und Naturbeige. Fatboy bietet über 70 Farben an - die nordischen Einrichtungsstile bevorzugen aber meist die gedämpfte, fast monochromatische Seite der Palette.

Wird Fatboy nachhaltig produziert?

Fatboy arbeitet aktiv an mehr Nachhaltigkeit: Die Original Outdoor-Linie und der Headdemock werden aus recyceltem Polyester (rPET) gefertigt. Ausgewählte Produkte tragen die Cradle-to-Cradle Bronze-Zertifizierung. Das Unternehmen hat sich zudem verpflichtet, seinen Einsatz von virgin Plastik langfristig zu reduzieren.


Weitere Marken-Portraits

Wer Fatboy gut findet, sieht meistens auch in diesen Häusern eine Linie: